Kloster im Schwarzwald
Ein Priester wird in ein abgelegenes Kloster im Schwarzwald versetzt.
Mit seinem kleinen Koffer wandert er durch einen dichten Wald.
Plötzlich hört er hinter einem Busch leises Stöhnen.
Neugierig schaut er nach.
Dort entdeckt er einen Mann und eine Frau beim Liebesspiel.
Er bekreuzigt sich und sagt:
„Herr, vergib ihnen. Sie wissen nicht, was sie tun.“
Dann geht er weiter.
Ein paar Kilometer später hört er wieder dieselben Geräusche.
Er schaut erneut hinter einen Busch.
Diesmal sieht er zwei Männer.
Wieder bekreuzigt er sich.
„Herr, vergib ihnen. Sie wissen nicht, was sie tun.“
Er setzt seinen Weg fort.
Kurze Zeit später hört er erneut Stöhnen.
Hinter dem nächsten Busch entdeckt er zwei Frauen.
Er seufzt, bekreuzigt sich und sagt:
„Herr, vergib ihnen. Sie wissen nicht, was sie tun.“
Schließlich erreicht er das Kloster.
Der Abt begrüßt ihn freundlich.
„Willkommen, mein Sohn! Hatten Sie eine angenehme Reise?“
„Nicht ganz, Vater.“
„Wie meinen Sie das?“
„Unterwegs habe ich hinter einem Busch einen Mann und eine Frau gesehen.“
„Etwas später zwei Männer.“
„Und danach zwei Frauen.“
Der Abt lächelt, legt ihm die Hand auf die Schulter und sagt:
„Schade …“
„Wenn Sie zehn Minuten früher angekommen wären, hätten Sie mich und mich gesehen.“