Spatz
Ein tibetischer Mönch wandert im Winter über einen verschneiten Bergpfad.
Plötzlich hört er ein leises Piepsen.
Am Wegesrand entdeckt er einen kleinen Spatz, der halb erfroren im Schnee liegt.
Er hebt ihn auf und wärmt ihn vorsichtig in seinen Händen.
„Was mache ich nur mit dir?“, denkt der Mönch.
„Wenn ich dich mitnehme, frisst dich im Kloster vielleicht die Katze.“
„Wenn ich dich hierlasse, erfrierst du.“
Da kommt ihm eine Idee.
Er setzt den kleinen Vogel vorsichtig in einen frischen, noch warmen Kuhfladen und geht zufrieden weiter.
Der Spatz wird langsam wieder warm.
Er fühlt sich immer besser.
Vor lauter Freude beginnt er laut zu zwitschern.
Ein Fuchs hört das Geräusch, läuft neugierig heran, zieht den Spatz aus dem Kuhfladen …
… und frisst ihn.
Die Geschichte hat drei Lehren:
Nicht jeder, der dich in die Scheiße reitet, will dir etwas Böses.
Nicht jeder, der dich aus der Scheiße holt, meint es gut mit dir.
Und wenn du bis zum Hals in der Scheiße steckst halt besser die Klappe.